Vegetarier und Vegetarismus: Geschichte der vegetarischen Bewegung
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Vegetarier und Vegetarismus: Die vegetarische Bewegung ist keine Erfindung der Neuzeit, denn “solange der Mensch Tiere tötet, wird er auch Menschen töten!” sagte schon Pythagoras im 6. Jahrhundert vor Christus. Er, sowie auch Hippokrates, Leonardo da Vinci und Voltaire waren Verfechter der vegetarischen, also fleischlosen Ernährung. Für die Bauern im Mittelalter war es seit jeher unwirtschaftlich, Tiere zum Essen zu töten, lieferten Sie doch Rohstoffe und wurden für die Feldarbeit benötigt.
Weiter lehnen es asiatische Philosophien und Religionen ab, Tiere zum Verzehr zu töten und ein Grundsatz des Buddhismus besagt, dass zum Nutzen eines Lebewesens kein anderes Lebewesen verletzt oder getötet werden soll. Es ist also nicht verwunderlich, dass es in asiatischen Ländern eine reichhaltige Gemüse und Getreideküche gibt.
Vegetarier und vegetarische Ernährung in Deutschland und Europa
Mitte des 18. Jahrhunderts begannen sich organisierte Gruppen von Vegetariern zu bilden und der Begriff vegetarian ist erstmals 1839 geschichtlich belegt und wurde nach der Gründung der englischen Vegetarian Society im Jahr 1847 gebräuchlich, die eine fleischlose Ernährung bevorzugten.
Dies geschah überwiegend nicht aus ethischen Gründen, sondern mit dem Hintergrund einer gesunden und enthaltsameren Lebensweise sowie nur teilweise aus dem christlichen Glauben heraus. Das Gebot „Du sollst nicht töten“ wurde von diesen Vegetariern auch auf Tiere angewandt.
Bis zu diesem Zeitpunkt war meist von einer pflanzlichen Diät die Rede. Seltener sprach man von einer „pythagoreischen Diät“, da die Anhänger des antiken griechischen Philosophen Pythagoras ebenfalls Vegetarier waren.
Auch in der heutigen Zeit verzichten immer mehr Menschen auf den Verzehr von Fleisch, da zum einen das Bewusstsein für die Verantwortung gegenüber Tieren gewachsen ist und sich auf der anderen Seite sogar ein übermäßiger Genuss von Fleisch und tierischem Eiweiß als gesundheitsschädlich herausgestellt hat.
So sind bei Vegetariern der Blutdruck, die Blutfettwerte und das Körpergewicht niedriger und im Vergleich zu regelmäßigen Fleischessern treten bei Vegetariern Fettstoffwechselstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und auch Gicht weniger auf.
Gerade als Vegetarier sollte man unbedingt auf die Inhaltsstoffe von Produkten achten und als Veganer sich beim Hersteller von Produkten nach den wirklichen Inhaltsstoffen erkundigen. Da in Deutschland Kleinstmengen noch nicht deklarationspflichtig sind, kommt es immer wieder vor, dass auch bei ovo-lakto und lakto-vegetarischen Produkten tierische Zusätze enthalten sind.
Vegetarismus Lacto-Vegetarier Ovo-Lacto-Vegetarier und Veganer
- Lacto Vegetarier
Lacto Vegetarier essen kein Fleisch und verzichten auch auf Fisch und Eier. Sie verbinden aus Milch gewonnene Produkte mit pflanzlichen Lebensmitteln. Hierdurch sollen vor allem Fäulnisvorgänge dem Darm ferngehalten werden. Bei der richtigen Zusammenstellung dieser Nahrung müssen keine Mangelerscheinungen gefürchtet werden und bei bestimmten Erkrankungen wie z. B. Gicht oder Bluthochdruck wird auch von vielen Ärzten eine eiweißarme oder sogar vegetarische Ernährung empfohlen. - Ovo-Lacto-Vegetarier
Ovo Lacto Vegetarier stellen die größte Gruppe der Vegetarier dar. Bei dieser Ernährungsform werden außer pflanzlichen Lebensmitteln auch Eier, Milch, Milchprodukte und Honig verwandt, nicht jedoch Fleisch und Fisch. Auch hier müssen bei der richtigen Zusammenstellung keine Mangelerscheinungen gefürchtet werden, da die Auswahl an Speisen sehr vielfältig ist und alle Bestandteile einer gesunden Ernährung enthält. - Veganer
Veganer bezeichnet die kleinste Gruppe innerhalb der Vegetarier, denn Veganer lehnen nicht nur Fleisch und Fisch, sondern generell alle tierischen Produkte ab. Diese Ablehnung bezieht sich generell auf tierischer Produkte. So z. B. die Verwendung von Pelzen, Leder, Wolle und Seide und es werden konsequent nur rein pflanzliche Lebensmittel verwendet. Damit der Organismus mit allen notwendigen Stoffen versorgt wird und Mangelerscheinungen nicht auftreten, muss die Ernährung mit großer Kenntnis zusammengestellt werden. Auch ist bei Kleinkindern und Menschen, die extremen Belastungen ausgesetzt sind, Vorsicht geboten. Es muss die ausreichende Zufuhr an Vitaminen und Mineralstoffen gesichert sein.
Weitere Informationen zu diesem Thema folgen in Kürze und natürlich würde es uns freuen, wenn auch Sie Ihre Meinung zu Vegetariern und Vegetarismus in die Kommentare zu diesem Artikel schreiben. Mit diesem Artikel möchten wir niemanden zum Vegetarismus überzeugen, sondern lediglich über verschiedene Essgewohnheiten informieren!
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Ich bin seit 4 Jahren Veganerin (nicht nur Vegan-Köstlerin) und der Veganismus ist die einzig vertretbare Lebensweise, die über die Artengrenzen hinaus Leben und Individualität respektiert, sowie vielen der heute häufigsten Krankheiten aufgrund ungesunder Ernährung vorbeugt und außerdem ökologisch am verträglichsten und ökonomisch effizient ist. Im Internet gibt es viele Anlaufstellen, um sich in die Thematik einzulesen, besonders für Menschen, die bisher noch wenig oder gar nicht mit dem Veganismus in Berührung gekommen sind oder ihre Vorurteile abbauen möchten.
Der (Ovo-)Lakto-Vegetarismus hingegen ist keine Lösung der Probleme des Omnivorismus, da er weiterhin die Tierhaltung benötigt. Da eben jene Tierhaltung aber für Ressourcenverschwendung, Umweltzerstörung, Tierleid und Gesundheitsprobleme verantwortlich ist, kann der (Ovo-)Lakto-Vegetarismus maximal eine Zwischenstufe, nicht jedoch das Ziel hin zu einer ethisch verantwortungsvollen Lebensweise (Ernährung), dem Veganismus, sein.